Dieter Nuhrs umstrittene Äußerungen zu Femiziden lösen Shitstorm aus
Sebastian SchulteDieter Nuhrs umstrittene Äußerungen zu Femiziden lösen Shitstorm aus
Der Komiker Dieter Nuhr sah sich nach Äußerungen in seiner Fernsehsendung vom 18. Juni heftiger Kritik ausgesetzt. Seine Bemerkungen zu Femiziden führten zu Vorwürfen, er habe das Problem verharmlost. Nuhr verteidigte sich später und behauptete, seine Worte seien falsch interpretiert worden.
Während der Ausstrahlung von Nuhr im Ersten XXL sprach Nuhr über die statistisch geringe Wahrscheinlichkeit, bei der Partnerwahl auf einen Femizid-Täter zu treffen. Er betonte, dass jeder solche Mord inakzeptabel sei, hielt jedoch fest, dass das Risiko minimal bleibe. Zudem schlug er vor, potenzielle Partner vor einer intimen Beziehung besser kennenzulernen, um die Sicherheit zu erhöhen.
In derselben Sendung kritisierte er die Verwendung des Begriffs „strukturell“ in Debatten über geschlechtsspezifische Gewalt. Nuhr behauptete, das Wort unterstelle allen Männern pauschal eine Mitschuld. Nach der Sendung schrieb er auf Facebook, es sei ihm um eine wissenschaftliche Sprachweise gegangen – nicht darum, Gewalt herunterzuspielen.
Kritiker verurteilten seine Aussagen umgehend. Sie wiesen darauf hin, dass in Deutschland fast 80 Prozent der Opfer von Partnerschaftsgewalt Frauen sind. Laut den offiziellen Zahlen des BKA aus dem Jahr 2024 wurden in diesem Jahr 328 Mädchen und Frauen getötet. Nuhr selbst hatte in seiner Rechtfertigung von jährlich 300 bis 350 Femizid-Fällen gesprochen.
In den sozialen Medien bestritt Nuhr, jemals Witze über Femizide gemacht zu haben. Er versicherte, ein so ernstes Thema würde er niemals verharmlosen.
Nuhrs Äußerungen und seine spätere Erklärung konnten die Kritik nicht besänftigen. Die Debatte zeigte einmal mehr, wie umstritten die öffentliche Diskussion über geschlechtsspezifische Gewalt bleibt. Offizielle Daten bestätigen, dass Femizide in Deutschland ein anhaltendes Problem darstellen.
