Deutschland wirbt gezielt um indonesische Fachkräfte und junge Talente
Deutschland intensiviert seine Bemühungen, Fachkräfte aus Indonesien anzuwerben, um dem demografischen Wandel entgegenzuwirken. Bundesbildungsminister Johann Wadephul reiste diese Woche in das südostasiatische Land, um Abkommen zu unterzeichnen und Rekrutierungsmöglichkeiten auszuloten. Gleichzeitig werben deutsche Nachrichtendienste und Militärbehörden auf Europas größter Spielemesse, der Gamescom, gezielt um junge Talente.
Wadephuls Besuch begann mit einem Stopp an einer Deutschsprachenschule in Indonesien. Dort unterzeichnete er Verträge zur Gründung von vier weiteren Schulen, um die Sprachkenntnisse zukünftiger Arbeitskräfte zu verbessern. Auf seinem Programm stehen zudem Besuche in lokalen Gotteshäusern sowie in einer Fabrik des deutschen Automobilherstellers LKW AG.
Indonesien mit seiner jungen Bevölkerung – die Hälfte der 284 Millionen Einwohner ist unter 30 Jahre alt – ist für Deutschland ein attraktiver Arbeitsmarkt. Derzeit werden jährlich nur etwa 1.000 Arbeitsvisa an Indonesier vergeben, doch der Bedarf an Fachkräften im Gesundheitswesen und im technischen Bereich steigt.
Parallel dazu nutzen der Bundesnachrichtendienst (BND) und die Bundeswehr die Gamescom, um Nachwuchs zu gewinnen. Der BND startete das Spiel BND Legends – Operation Blackbox, um die Problemlösungs- und Analysefähigkeiten der Spieler zu testen. Die Bundeswehr lockt unterdessen mit Panzerfahr- und Helikopterflug-Simulatoren an ihrem Stand Besucher an.
Hintergrund der Initiativen zur Anwerbung indonesischer Arbeitskräfte ist der Fachkräftemangel in Deutschland, der durch die alternde Bevölkerung verschärft wird. Mit dem Ausbau von Sprachschulen und der gezielten Ansprache junger Talente durch Behörden legt das Land den Grundstein für eine verstärkte Arbeitsmigration. Der Erfolg dieser Maßnahmen hängt davon ab, wie schnell Visumverfahren und Ausbildungsprogramme ausgeweitet werden können.






