26 April 2026, 12:20

Brasilien versteigert 68 Ölblöcke im Amazonas – trotz Klimazielen und Protesten

Plakat mit dem Text "Abgesagte verbleibende Öl- und Gasförderlizenzen im Arctic National Wildlife Refuge" mit Bildern von Solarpanelen und Windrädern vor einem bewölkten Himmel.

Brasilien versteigert 68 Ölblöcke im Amazonas – trotz Klimazielen und Protesten

Brasiliens Öl- und Gasbehörde versteigerte am 17. Juni 2025 in einer umstrittenen Auktion 172 Erdöl- und Erdgas-Förderblöcke – darunter 68 im Amazonasgebiet, davon 47 an der Mündung des Amazonas. Die Versteigerung löste scharfe Kritik von Umweltschutzorganisationen aus und steht wegen Verstößen gegen rechtliche Verfahren in der Kritik.

Trotz Einwänden trieb die Nationale Agentur für Erdöl, Erdgas und Biokraftstoffe (ANP) die Auktion voran. Vorab wurde keine Umweltverträglichkeitsprüfung der Sedimentgebiete (AAAS) durchgeführt, und indigene Gemeinschaften wurden nicht konsultiert – ein Verstoß gegen die ILO-Konvention 169. Die Bundesstaatsanwaltschaft beantragte eine einstweilige Verfügung, um das Verfahren zu stoppen, und verwies auf unzureichende Umweltstudien und formale Mängel.

Multinationale Konzerne sicherten sich 19 der Amazonas-Blöcke mit einer Fläche von 16.312 km² Meeresgebiet. Zu den Gewinnern zählten Chevron, Chinas CNPC, ExxonMobil sowie der staatliche brasilianische Konzern Petrobras. Die Versteigerung kurz vor der Ausrichtung der UN-Klimakonferenz COP30 in Brasilien löste Vorwürfe der Heuchelei angesichts der Klimaziele aus.

Kritiker verurteilten den Schritt als Rückschritt. Gisela Hurtado von Stand.earth nannte die Auktion die "Versteigerung des Todes" und warnte vor Gefahren für indigene Gebiete und die Ziele des Pariser Abkommens. Ilan Zugman von 350.org Lateinamerika kritisierte, die Regierung habe die Chance verpasst, auf erneuerbare Energien umzusteigen. Carolina Marçal vom Instituto ClimaInfo betonte, der Verkauf verschärfe die Klimakrise und gefährde die globale Stabilität.

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Trotz rechtlicher und ökologischer Widerstände wurden 19 Amazonas-Blöcke versteigert. Das Fehlen vorheriger Prüfungen und der fehlende Dialog mit indigenen Gemeinschaften machen die Konzessionen anfällig für weitere Klagen. Die Entscheidung wirft zudem Fragen nach Brasiliens Klimaführerschaft vor der COP30 auf.

Quelle