22 March 2026, 02:12

BP verkauft Gelsenkirchener Raffinerie und kämpft mit Ölpreisen und Arbeitskonflikten

Balkendiagramm, das die Wertminderungen von Aktiengesellschaften zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

BP verkauft Gelsenkirchener Raffinerie und kämpft mit Ölpreisen und Arbeitskonflikten

BP beschleunigt Umstrukturierung – Ölpreise steigen, Markt unter Druck

BP treibt seine Umstrukturierung voran, während die Ölpreise auf Rekordniveau klettern und der Marktdruck zunimmt. Das Unternehmen hat einen Desinvestitionsplan im Umfang von 20 Milliarden US-Dollar bis 2027 angekündigt, wobei bereits mehr als die Hälfte umgesetzt wurde. Zwar hat sich der Aktienkurs in diesem Jahr deutlich erholt, doch der Börsenwert ist seit Mitte 2024 gesunken.

Zu den jüngsten Maßnahmen gehören der Verkauf einer großen deutschen Raffinerie sowie die Aussperrung von Mitarbeitern in einem US-Werk nach gescheiterten Tarifverhandlungen.

Die Ölpreise sind aufgrund von Blockaden in der Straße von Hormus auf etwa 112 US-Dollar pro Barrel gestiegen. Dieser Anstieg fällt mit BP's Kostensenkungsmaßnahmen und Vermögensverkäufen zusammen. Das Unternehmen strebt nun strukturelle Einsparungen von 6,5 bis 7,5 Milliarden US-Dollar bis 2027 an – eine Erhöhung gegenüber früheren Zielen.

In Deutschland einigte sich BP auf den Verkauf der Raffinerie in Gelsenkirchen an die Klesch Group. Die Transaktion betrifft rund 1.800 Beschäftigte und reduziert die Verbindlichkeiten um bis zu 1,7 Milliarden US-Dollar. Die Anlage verarbeitet jährlich 12 Millionen Tonnen Rohöl und zählt damit zu den größten BP-Standorten in Europa.

Auf der anderen Seite des Atlantiks scheiterten die Tarifverhandlungen in der BP-Raffinerie Whiting im Bundesstaat Indiana. Daraufhin wurden etwa 800 gewerkschaftlich organisierte Mitarbeiter ausgesperrt. Der Arbeitskonflikt verschärft die betrieblichen Herausforderungen, während das Unternehmen seine Geschäftsprozesse strafft.

Die Finanzmärkte reagieren auf diese Entwicklungen: Die HSBC stufte die BP-Aktie von "Reduce" auf "Hold" hoch und erhöhte das Kursziel – der Verkauf der Raffinerie wurde als positiver Schritt gewertet. Die BP-Aktie schloss am Freitag bei 6,45 Euro, ein Plus von über 27 Prozent seit Januar. Dennoch ist die Marktkapitalisierung seit Mitte 2024 um etwa 15 Prozent gesunken – von 95 Milliarden auf 81 Milliarden US-Dollar bis März 2026.

Regulatorische Auflagen in Europa, die Konkurrenz durch erneuerbare Energien und Verzögerungen bei BP's Klimaneutralitätsstrategie belasten das Vertrauen der Anleger. Zur Entlastung der Lieferketten erteilte die US-Regierung zudem eine 60-tägige Ausnahmegenehmigung vom Jones Act, die vorübergehend Schifffahrtsbeschränkungen lockert.

BP setzt seine Umstrukturierung fort und muss dabei hohe Ölpreise mit langfristigen Finanzzielen in Einklang bringen. Der Verkauf der Gelsenkirchener Raffinerie verringert die Schuldenlast, während die Kostensenkungsziele die zukünftige Liquidität sichern sollen. Arbeitskonflikte und Marktskepsis bleiben jedoch zentrale Herausforderungen für den Energieriesen.

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