Bielefelds Oberbürgermeisterin kämpft für den Erhalt der lokalen Apotheken gegen Online-Konkurrenz
Bielefelds Oberbürgermeisterin kämpft für den Erhalt der lokalen Apotheken gegen Online-Konkurrenz
Apotheken in ganz Deutschland stehen unter wachsendem finanziellen Druck – viele kämpfen ums Überleben. Doch nun greift Bielefelds Oberbürgermeisterin Dr. Christiana Bauer, eine ausgebildete Juristin, ein und setzt sich für Reformen ein, die die traditionellen Apotheken vor dem Aus retten könnten. Ihr Vorstoß kommt nach dringenden Warnungen, wonach unfaire Konkurrenz durch Online-Apotheken und seit Jahren stagnierende staatliche Vergütungen die Existenz der lokalen Apotheker bedrohen.
Die Krise wurde besonders deutlich, als Hauke Stange, Inhaber der Adler-Apotheke in Bielefeld und Vorsitzender des örtlichen Apothekerverbandes, mit Dr. Bauer zusammentraf. Er verwies darauf, dass sich die Zahl der Apotheken im Bielefelder Stadtteil Schildesche seit 2012 von vier auf heute nur noch eine verringert habe. Bundesweit gilt mittlerweile fast jede dritte Apotheke als finanziell gefährdet.
Die staatlich festgelegten Vergütungen für lokale Apotheken sind seit zwei Jahrzehnten kaum gestiegen – 2013 gab es lediglich eine Erhöhung um 3,1 Prozent. Gleichzeitig explodierten die Personal- und Betriebskosten um 65 Prozent. Der aktuelle Reformentwurf der Regierung sieht keine Anpassung der Gebühren vor, sondern nur eine unbestimmte Verschiebung. Zudem soll die Pflicht zur Anwesenheit eines Apothekers vor Ort gestrichen werden – eine Maßnahme, die Bedenken hinsichtlich der Patientenversorgung weckt.
Online-Apotheken, die keine vollständigen pharmazeutischen Dienstleistungen anbieten, unterbieten die lokalen Betriebe mit ihren Preisen massiv. Die geplante Reform sieht zudem keinen rechtlichen Schutz für die feste Arzneimittelpreisbindung vor – ein System, das für Verbraucher stabile Kosten garantiert. Allein 2023 schlossen bundesweit 497 Apotheken, dazu kamen 17 Insolvenzen im Gesundheitssektor, wenn auch die genauen Gründe für die Schließungen oft unklar bleiben.
Dr. Bauer hat angekündigt, sich auf kommunaler, Landes- und Bundesebene für Veränderungen einzusetzen. Sie argumentiert, dass Versandapotheken, wenn sie die Leistungen lokaler Apotheken nicht erbringen können, kein Recht auf den Verkauf verschreibungspflichtiger Medikamente haben sollten – und fordert daher die Wiedereinführung eines entsprechenden Verbots.
Die vorgeschlagenen Reformen lassen zentrale Probleme ungelöst und hinterlassen viele Apotheken in einer prekären Lage. Ohne stärkere Schutzmaßnahmen könnte der Niedergang der lokalen Apotheken weiter beschleunigt werden – mit Folgen für Arbeitsplätze und die medizinische Versorgung der Patienten. Dr. Bauers Kampagne richtet sich nun an höhere Regierungsebenen, wo sie für fairere Regeln und finanzielle Unterstützung kämpfen will.
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