30 March 2026, 16:23

Arnsberg streicht Kardinal Jaeger aus dem Stadtbild nach Missbrauchsskandal

Schwarz-weißes Foto einer Stadtstraße mit St. Peter Kirche im Hintergrund in Wiesbaden, Deutschland

Arnsberg streicht Kardinal Jaeger aus dem Stadtbild nach Missbrauchsskandal

Straße in Arnsberg soll nach Missbrauchsskandal um Kardinal Lorenz Jaeger umbenannt werden

In Arnsberg könnte eine nach Kardinal Lorenz Jaeger benannte Straße bald einen neuen Namen tragen. Der Vorstoß folgt wachsendem Druck lokaler Parteien und einer kürzlich veröffentlichten Studie, die Jaeger mit Vertuschungsfällen in Verbindung bringt. Sowohl SPD als auch CDU in Arnsberg setzen sich nun nach Jahrzehnten der Kontroverse für eine Umbenennung ein.

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Die Debatte beschränkt sich nicht auf Arnsberg: Auch in Werl und Wenden wird derzeit über ähnliche Schritte diskutiert. Beide Städte verfügen über Straßen, die nach Jaeger benannt sind, und ihre Räte werden im kommenden Monat über Umbenennungsanträge beraten.

Lorenz Jaeger war von 1941 bis 1973 Erzbischof von Paderborn. Sein Erbe gerät zunehmend in die Kritik, nachdem eine Mitte März veröffentlichte Studie seine Verstrickung in die Vertuschung von Missbrauchsfällen innerhalb der Kirche belegte. Der Bericht belastet auch seinen Nachfolger und befeuert damit die Forderungen, öffentlich zugängliche Orte mit seinem Namen neu zu bewerten.

In Arnsberg fordern SPD und CDU gemeinsam die Umbenennung der Kardinal-Jaeger-Straße im Stadtteil Neheim. Die SPD begründet ihren Antrag explizit mit dokumentierten Fehlverhalten Jaegers im Umgang mit Missbrauchsvorwürfen. Die CDU distanziert sich unterdessen öffentlich vom verstorbenen Kardinal und unterstützt die Umbenennungsinitiative. Eine öffentliche Versammlung am 20. April soll Anwohnern die Möglichkeit geben, Vorschläge für einen neuen Straßennamen einzubringen.

Paderborn hat bereits konkrete Schritte eingeleitet, um Jaegers Namen aus dem öffentlichen Raum zu entfernen. Nach einem Ratsbeschluss vom 26. März 2026 wies die Kommune ihre Verwaltung an, die Umbenennung vorzubereiten. Derzeit tragen in Nordrhein-Westfalen keine weiteren Straßen oder Einrichtungen seinen Namen.

Auch in Werl und Wenden prüfen die lokalen Behörden eine Umbenennung der nach Jaeger benannten Straßen. Die Stadträte werden das Thema im Mai behandeln, wobei Anwohner im Falle einer Umsetzung mit bürokratischen Hürden rechnen müssen. Sowohl SPD als auch CDU in Arnsberg betonen, wie wichtig es ist, die Bevölkerung in die Auswahl eines neuen Namens einzubinden – der Prozess solle transparent und partizipativ gestaltet werden.

Die Umbenennungsinitiativen spiegeln eine grundsätzliche Neubewertung von Jaegers Erbe vor dem Hintergrund historischer Missbrauchsskandale wider. Die öffentliche Versammlung in Arnsberg am 20. April markiert den nächsten Schritt, um die Meinung der Bürger einzuholen. In Werl und Wenden werden bis Mai Entscheidungen erwartet, bei denen die Räte sowohl historische Verantwortung als auch praktische Aspekte abwägen müssen.

Quelle