23 March 2026, 20:31

Anuga 2025 in Köln: Rekordbeteiligung trotz Branchenkrise und sinkender Umsätze

Plakat mit Bildern von Obst, Gemüse und einem Fisch mit dem Text "Essen Sie mehr Mais, Hafer und Roggenprodukte", um gesunde Lebensmittel für die Armee und Verbündete zu fördern.

Anuga 2025 in Köln: Rekordbeteiligung trotz Branchenkrise und sinkender Umsätze

Die weltgrößte Lebensmittelmesse Anuga kehrt mit Rekordbeteiligung nach Köln zurück

An diesem Wochenende öffnet die Anuga, die größte Lebensmittelfachmesse der Welt, wieder ihre Tore in Köln – mit einer Rekordzahl an Ausstellern. Über 8.000 Hersteller aus 110 Ländern präsentieren die neuesten Trends der Branche, von pflanzlichen Innovationen bis hin zu nachhaltigen Snacks. Die Messe findet zu einer Zeit statt, in der die deutsche Lebensmittelindustrie ihr drittes Rezessionsjahr in Folge durchlebt: Die Umsätze sinken, und Verbraucher setzen angesichts steigender Preise lieber auf bewährte Produkte als auf Neues.

Fünf zentrale Trends prägend die Anuga 2025: Funktionsnahrung, pflanzliche Alternativen, regionale Beschaffung, Transparenz und Nachhaltigkeit. Zu den ungewöhnlichen Neuheiten zählen etwa Aprikosenkernmus, Rinder-Carpaccio mit Algen oder Joghurt mit Kollagen. Auch fermentierte Getränke und getrocknete Grillfleisch-Spezialitäten sind zu sehen – ein Zeichen für den Hunger nach ungewöhnlichen Geschmackserlebnissen und Texturen.

Besondere Aufmerksamkeit erregt der Protein-Snack aus Grillen von Sens Foods, der in puncto Proteinqualität mit Rindfleisch mithalten kann, dabei aber 100-mal weniger CO₂ produziert. Ein weiterer Hingucker ist der "Hybrid Fish" von Meatless, eine Mischung aus 30 Prozent Kabeljau und 70 Prozent texturierten Reisflocken, die geschmacklich und optisch an panierten Fisch erinnert. Das türkische Unternehmen Nesco Gida İçecek Turizm bringt zudem einen Dosen-Mocktail aus Schmetterlingsblütentee auf den Markt – eine Antwort auf die Nachfrage nach farbenfrohen, alkoholfreien Alternativen.

Doch während die Messe wächst, kämpft die Branche: Im ersten Halbjahr 2024 sank der Umsatz inflationsbereinigt um fast ein Prozent. Supermarktketten wie Rewe und Edeka reagieren mit einem Ausbau ihrer Bio- und Pflanzenprodukt-Sortimente, während Discounter wie Aldi und Lidl günstige vegane Eigenmarken und Protein-Snacks anbieten. Mit einem Marktanteil von fast 47 Prozent dominieren jedoch die Billig-Anbieter – und die Verbraucher greifen zunehmend zu preiswerten, vertrauten Produkten statt zu Innovationen.

Die Rekord-Anuga wird maßgeblich beeinflussen, was in den kommenden Monaten in den Supermarktregalen landet. Von den jährlich rund 40.000 Neuerscheinungen setzen sich nur wenige durch. Wer jedoch Preis, Geschmack und Nachhaltigkeit vereint, könnte sich behaupten. Für die Branche bleibt die Herausforderung, Innovation und die finanzielle Belastung der Verbraucher in Einklang zu bringen.

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