400-Millionen-Projekt der Bahn: Illegaler Müllskandal erschüttert Dortmunds ICE-Depot-Bau
Nico Peters400-Millionen-Projekt der Bahn: Illegaler Müllskandal erschüttert Dortmunds ICE-Depot-Bau
Schwerer Entsorgungsskandal bei Bau des 400-Millionen-Euro-ICE-Depots in Dortmund
Beim Bau eines hochmodernen ICE-Wartungsdepots der Deutschen Bahn in Dortmund ist ein großer Entsorgungsskandal aufgedeckt worden. Ermittlern zufolge wurden fast 24.000 Tonnen belasteter Erde illegal in Kiesgruben und auf einer wilden Mülldeponie abgeladen. Nun hat vor dem Dortmunder Landgericht der Prozess gegen einen Hauptbeschuldigten begonnen, dem die Organisation des illegalen Systems vorgeworfen wird.
Die Deutsche Bahn errichtet in Dortmund derzeit ein Hightech-Instandhaltungswerk für ihre ICE-Hochgeschwindigkeitszüge. Die für Mitte 2027 geplante Anlage wird als klimaneutrales Projekt beworben und soll täglich bis zu 17 Züge warten. Doch der Bau wird von schweren Vorwürfen illegaler Abfallentsorgung überschattet.
Ein Recyclingunternehmen soll zwischen Februar und November 2024 etwa 1.000 Lkw-Ladungen belastete Erde vom Baustellengelände abtransportiert haben. Statt einer fachgerechten Entsorgung wurde das Material laut Ermittlern in zwei Kiesgruben am Niederrhein sowie auf einer nicht genehmigten Deponie im Selfkant abgeladen. Das Unternehmen soll dabei rund 360.000 Euro kassiert und Entsorgungsnachweise gefälscht haben.
Der Angeklagte, ein vorbestrafter Täter mit einer Vorgeschichte in der illegalen Abfallwirtschaft, muss sich nun vor dem Landgericht Dortmund verantworten. Seine frühere Verstrickung in einen Skandal mit giftigen Ölpellets wirft zusätzliche Fragen nach der Aufsicht auf. Der Fall setzt auch die Deutsche Bahn unter Druck, zu erklären, wie sie die legale Entsorgung von Abfällen auf ihren Baustellen sicherstellt.
Der Prozess offenbart gravierende Lücken in der Überwachung der Abfallwirtschaft bei Großprojekten. Angesichts von fast 24.000 Tonnen unsachgemäß entsorgter Erde prüfen die Behörden nun, ob strengere Kontrollen notwendig sind. Das Urteil könnte Auswirkungen auf künftige Bauverträge und Umweltauflagen haben.






