Zufit Simons Fight Club eröffnet das Best OFF Festival mit radikaler Körperlichkeit
Sebastian SchulteZufit Simons Fight Club eröffnet das Best OFF Festival mit radikaler Körperlichkeit
Choreografin Zufit Simon eröffnet das Best OFF Festival für Independent-Theater in Hannover am 23. April mit ihrer neuesten Arbeit Fight Club
Mit dem Stück vollzieht Simon einen kühnen Wandel in ihrer langjährigen Auseinandersetzung mit körperlichem Protest und Widerstand. Bekannt für ihren kompromisslosen Stil, verzichten ihre Produktionen auf traditionelles Erzähltheater und meiden romantische Spektakel.
Die 1980 in Israel geborene Künstlerin lebt seit 25 Jahren in Deutschland. Ihr Bühnendebüt gab sie 2002 in Turm zu Babel der Company CobosMika in München. Seither ist ihre Karriere eng mit der artblau Tanzwerkstatt von Dietrich Oberländer in Braunschweig verbunden, die ihre Arbeiten von Anfang an produziert hat.
Häufig rückt Simon in ihren Stücken Frauen und als weiblich gelesene Performende in den Fokus. 2024 gewann sie den Best OFF Festival-Preis für Radical Cheerleading, ihre erste Arbeit über körperlichen Protest und Widerstand. Fight Club ist nun ihr drittes Werk in dieser Reihe – doch mit schärferer Kante, die sich Kampf und männlicher Attitüde zuwendet.
Ihr Weg war nicht ohne Rückschläge: 2016 strich das Niedersächsische Ministerium für Kunst und Kultur die konzeptionelle Förderung für ihre Projekte. 2024 schloss das LOT-Theater, wo viele ihrer Stücke uraufgeführt wurden, wegen Insolvenz. Trotz dieser Hindernisse wuchs ihr Einfluss: 2025, mit 45 Jahren, erhielt sie den Münchner Tanzpreis für ihr Lebenswerk.
Die Premiere von Fight Club fällt in eine entscheidende Phase ihrer Karriere. Das Stück führt ihre Tradition fort, rohe Körperlichkeit mit politischen Untertönen zu verbinden. Als Eröffnungsakt des Festivals setzt es den Ton für ein Programm, das mutige, unabhängige Stimmen des zeitgenössischen Tanzes feiert.






