15 March 2026, 20:24

Viersen steht vor der Pleite: 39 Millionen Euro Defizit bis 2026 drohen

Ein buntes Papier mit fetter Schrift und Bildern von verschiedenen, lachenden Menschen, das eine Parlamentsreform mit Hoffnung und Optimismus zeigt.

Viersen steht vor der Pleite: 39 Millionen Euro Defizit bis 2026 drohen

Viersen steuert auf eine finanzielle Krise zu: Bis 2026 droht ein Haushaltsdefizit von 39 Millionen Euro. Ohne grundlegende Reformen könnte die Stadt bereits 2031 insolvent sein. Experten warnen, dass steigende Kosten bei gleichzeitig sinkenden Einnahmen die Haushaltsgrenzen sprengen.

Die Hauptursachen für die prekäre Finanzlage liegen in zwei Bereichen: den Ausgaben für die Jugendhilfe und der Kreisumlage. Zusammen machen diese Posten 60 Prozent der wachsenden Belastung aus. Selbst freiwillige Konsolidierungsmaßnahmen können den Anstieg der Personalkosten nicht bremsen – die Haushalte geraten weiter unter Druck.

Ein Entwurf für den Haushalt 2027 sieht bei ausbleibenden Alternativen Steuererhöhungen vor. Betroffen wären die Grundsteuer B und die Gewerbesteuer. Beide Optionen bergen jedoch Risiken: Viersen hat bereits die zweithöchste Grundsteuer für gewerbliche Immobilien im IHK-Bezirk, und das komplizierte Staffelsystem schafft Rechtsunsicherheit. Eine Anhebung der Gewerbesteuer im kommenden Jahr würde zudem die Wettbewerbsfähigkeit schwächen – der aktuelle Hebesatz von 460 liegt deutlich über dem Bundesschnitt von 409 für vergleichbare Städte.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) rät der Stadt dringend von Steuererhöhungen ab. Stattdessen empfiehlt sie eine engere Zusammenarbeit zwischen den Kommunen, um Dienstleistungen gemeinsam zu erbringen und Verwaltungsaufwand zu reduzieren. Zudem fordert die IHK die Ausweisung weiterer Gewerbegebiete, um die Einnahmen zu steigern, ohne die Abgabenlast zu erhöhen.

Ohne Gegenmaßnahmen drohen bis mindestens 2029 jährliche Fehlbeträge von 25 bis 35 Millionen Euro. Bleibt alles beim Alten, schmelzen die finanziellen Rücklagen dahingehend, dass die Stadt noch vor Ende des Jahrzehnts in die Insolvenz rutschen könnte.

Viersens finanzielle Zukunft bleibt düster, sofern nicht kurzfristig Ausgaben gekürzt oder neue Einnahmequellen erschlossen werden. Die Vorschläge der IHK – kommunale Kooperationen und Gewerbeflächenausbau – bieten mögliche Lösungsansätze, doch die Zeit wird knapp. Ohne rasches Handeln wird sich die Haushaltskrise weiter verschärfen und die langfristige Stabilität der Stadt gefährden.

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