Vier Ampeln auf 20 Metern: Wie Rheda-Wiedenbrück Steuergelder verschwendet
Sebastian SchulteVier Ampeln auf 20 Metern: Wie Rheda-Wiedenbrück Steuergelder verschwendet
Ein ungewöhnlich eng platzierter Ampelkomplex in Rheda-Wiedenbrück hat Kritik ausgelöst – die Vorwürfe: Verschwendung von Steuergeldern. Die Stadt ließ auf nur 20 Metern vier Lichtsignale installieren, eine Lösung, die als verwirrend und deutlich überdimensioniert gilt. Selbst der Comedian Mario Barth nahm sich des Themas in seiner RTL-Sendung an.
Auslöser des Problems war ein Antrag der Stadt auf Landesförderung für den Bau eines Radwegs entlang einer alten Bahntrasse. Voraussetzung war eine sichere Querung der Pixeler Straße für Radfahrer. Da sieben verschiedene Behörden in die Planung der Kreuzung eingebunden waren, gab es unterschiedliche Risikobewertungen – und keine klare Verantwortung.
Das Ergebnis: ein 40 Meter langer Umweg für Radfahrer, den der Bund der Steuerzahler als unverhältnismäßig kritisierte. Die Organisation wies zudem darauf hin, dass die Installationskosten von 47.000 bis 51.000 Euro – plus jährliche Wartungskosten von 1.000 bis 1.500 Euro – für eine so kurze Strecke überzogen seien. Die Stadt räumte ein, dass die Anordnung untypisch sei, da Ampeln normalerweise nur vier Meter Abstand hätten.
Der Fall fand später Eingang in das „Schwarzbuch“ des Bundes der Steuerzahler, das 14 Beispiele für öffentliche Geldverschwendung in Nordrhein-Westfalen auflistet. Der Bericht monierte vor allem das Fehlen klarer Zuständigkeiten: Keine Behörde übernahm die Verantwortung für die fehlerhafte Planung.
Die ungewöhnliche Ampelanlage bleibt trotz breiter Einigkeit über die mangelhafte Konzeption bestehen. Die Eingeständnisse der Stadt und die Kritik des Steuerzahlerbunds deuten darauf hin, dass das Projekt künftig als abschreckendes Beispiel für Infrastrukturentscheidungen dienen könnte. Solange keine Änderungen vorgenommen werden, fallen weiterhin jährliche Unterhaltskosten an.






