SPD-Büro in Kamp-Lintfort zweimal innerhalb von drei Wochen angezündet – wer steckt dahinter?
Sebastian SchulteSPD-Büro in Kamp-Lintfort zweimal innerhalb von drei Wochen angezündet – wer steckt dahinter?
Parteibüro in Kamp-Lintfort innerhalb von drei Wochen zweimal von Brandstiftern angezündet
Innerhalb von nicht einmal drei Wochen ist ein Parteibüro der SPD in Kamp-Lintfort bereits zweimal Ziel von Brandanschlägen geworden. Die Vorfälle nähren die Sorge vor politisch motivierter Gewalt in Nordrhein-Westfalen. SPD-Vertreter fordern nun dringend Konsequenzen und umfassende Ermittlungen.
Beim ersten Feuer brannte der Anhänger aus, kurz darauf folgte ein zweiter gezielt gelegter Brand. Edgar Stary, SPD-Vorstandsmitglied und ehemaliger Feuerwehrmann, vermutet aufgrund des zeitlichen Ablaufs eine geplante Vorgehensweise. Er warnte, dass die wiederholten Angriffe Anwohner und Einsatzkräfte in Gefahr brächten.
Der SPD-Landtagsabgeordnete René Schneider verurteilte die Brandstiftung scharf und kritisierte die wachsende Toleranz gegenüber politisch motiviertem Vandalismus. Solche Taten würden zunehmend in sozialen Medien verharmlost, was Gewalt gegen Parteieigentum normalisiere, so Schneider. In einem offiziellen Schreiben forderte er Innenminister Herbert Reul (CDU) auf, die zusammenhängenden Vorfälle mit der gebotenen Ernsthaftigkeit zu behandeln.
Laut Landespolizei und BKA gab es zwischen März 2025 und März 2026 in Nordrhein-Westfalen 47 Fälle von Brandstiftung oder Vandalismus an Parteibüros und Wahlkampfmaterial – meist gegen Einrichtungen von AfD und CDU. Besonders betroffen waren Köln (12 Fälle), Düsseldorf (9 Fälle) und das Ruhrgebiet (15 Fälle).
Die SPD pocht auf eine lückenlose Aufklärung der Anschläge in Kamp-Lintfort. Gleichzeitig geraten die Behörden unter Druck, der generellen Zunahme politisch motivierter Sachbeschädigungen im Land entgegenzuwirken. Experten betonen, dass klarere Konsequenzen notwendig seien, um eine weitere Eskalation zu verhindern.






