Solingen trauert um Hans-Joachim Müller-Stöver – ein Leben für SPD und Gemeinschaft

Nico Peters
Nico Peters
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Ein Plakat mit der Aufschrift "The Bipartisan Safer Communities Act" in fetter, schwarzer Schrift auf einem weißen Hintergrund, eingerahmt von einem schmalen schwarzen Rand, mit einer Grafik einer Person in einem blauen Hemd mit ausgestreckten Armen und einem entschlossenen Gesichtsausdruck.Nico Peters

Solingen trauert um Hans-Joachim Müller-Stöver – ein Leben für SPD und Gemeinschaft

Dr. Hans-Joachim Müller-Stöver, langjähriger SPD-Politiker und Unfallchirurg, ist tot

Der über Jahrzehnte engagierte Sozialdemokrat und Trauma-Chirurg Dr. Hans-Joachim Müller-Stöver ist verstorben. Eng verbunden mit Solingen, prägte er mehr als sechs Jahrzehnte lang das lokale Bildungswesen, das Gesundheitswesen und gemeinnützige Projekte. Sein Einfluss reichte von Schulen und Krankenhäusern bis hin zur Identität des Stadtteils Wald.

Müller-Stövers politischer Werdegang begann am 1. Januar 1963 mit seinem Eintritt in die SPD. Im Laufe der Jahre übernahm er zentrale Funktionen, darunter den Vorsitz des Ortsvereins Wald und später des SPD-Unterbezirks Solingen. Seine Führung in der Partei erstreckte sich über Jahrzehnte und machte ihn zu einer treibenden Kraft der sozialdemokratischen Werte in der Stadt.

Als Stadtrat und Bezirksvertreter setzte er sich besonders für Bildung und Infrastruktur ein. Eines seiner bedeutendsten Verdienste war die Gründung der Friedrich-Albert-Lange-Gesamtschule in Solingen. Unter seiner Ägide wuchs die Schule mit neuen Gebäuden, einer großen Sporthalle und einem Ruf für exzellente schulische wie sportliche Leistungen. Die Einrichtung machte sich einen Namen mit ihrem Berufsorientierungsprogramm ab der 8. Klasse, ihren Erfolgen bei Wettbewerben wie Jugend forscht – allein 2026 wurden zehn Projekte eingereicht – und als Austragungsort von Veranstaltungen wie den U14-Handball-Bezirksendspielen.

Doch Müller-Stövers Engagement ging über das Bildungssystem hinaus. Er setzte sich maßgeblich für den Erhalt lokaler Wahrzeichen ein: Er trieb die Sanierung der evangelischen Kirche in Wald voran, sicherte die Finanzierung für das Ittertal-Freibad und verhinderte die Schließung der Rosenkamp-Grundschule. Auch im Gesundheitsbereich hinterließ er Spuren. Als praktizierender Unfallchirurg brachte er seine medizinische Expertise in die Politik ein, stabilisierte die Finanzen des Solinger Städtischen Klinikums und stärkte die Motivation der Belegschaft.

15 Jahre lang leitete er als Bezirksvorsitzender die Geschicke von Wald – eine Rolle, die ihn untrennbar mit der Entwicklung des Stadtteils verband. Kollegen erinnern sich an ihn als entschlossenen, aber stets zugänglichen Menschen, der sich mit ganzer Hingabe für das Wohl der Gemeinschaft einsetzte.

Nach Müller-Stövers Tod mehren sich die Würdigungen. Daniel Weber, aktueller Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Solingen, betonte seinen nachhaltigen Einfluss auf die Partei. Ernst Lauterjung, Fraktionsvorsitzender der SPD im Stadtrat, nannte ihn "die Verkörperung von Walds selbstbewusstem und engagiertem Geist". Sein Erbe lebt weiter in den Schulen, die er schuf, den Einrichtungen, die er rettete, und den politischen Strukturen, die er in Solingen festigte.