21 April 2026, 08:15

Solingen streitet um faire Löhne und Tarifverträge im Krankenhaus-Skandal

Plakat mit einem britischen Granitarbeiter vor einem Berg- und Baumhintergrund, auf dem steht: "Was unser Freihandel bedeutet - Britischer Granitarbeiter - Die Fair-Wage-Klausel ist in Ordnung, aber ich will Arbeit."

Solingen streitet um faire Löhne und Tarifverträge im Krankenhaus-Skandal

In Solingen haben sich die politischen Spannungen wegen der Arbeitsbedingungen bei der städtischen Krankenhaus-Servicegesellschaft zugespitzt. Sowohl die SPD-Ratsfraktion als auch das Bürgerbündnis für Solingen (BfS) fordern dringend Veränderungen. Im Mittelpunkt ihrer Forderungen stehen faire Löhne, gesicherte Rentenansprüche und ein Tarifvertrag mit der Gewerkschaft ver.di – und das noch vor der Frist am 1. Oktober.

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Der Streit dreht sich um die Ausgliederung von rund 2.000 Beschäftigten in eine kommunale Servicegesellschaft im Jahr 2023. Die SPD räumt ein, dass finanzielle Zwänge die Entscheidung vorangetrieben haben, sieht sich nun aber mit Kritik an den Folgen konfrontiert. Horst Koss, SPD-Vertreter im Aufsichtsrat, betont, dass ein ordnungsgemäßer Tarifvertrag mit einer DGB-Gewerkschaft unverzichtbar sei.

Das BfS bezeichnet die Ausgliederung als "Fehlentscheidung" und verweist auf niedrigere Löhne sowie eine zersplitterte Belegschaft. Der Ratsherr Martin Bender argumentiert, die Mitarbeiter hätten unter der bestehenden Krankenhausstruktur bleiben und fair behandelt werden sollen. Auch Patrick Hinck und Jan-Michael Lange vom BfS verurteilten die ungleichen Arbeitsbedingungen und wiesen auf die unverzichtbare Rolle des Servicepersonals hin.

SPD-Fraktionschef Ernst Lauterjung hat eine klare Deadline gesetzt: Bis zum 1. Oktober muss eine verhandelte Einigung stehen. Beide Seiten sind sich einig, dass zuverlässige Arbeitsbedingungen – inklusive Rentenregelungen – notwendig sind. Eine Rückabwicklung der Ausgliederung lehnt die SPD jedoch ab und verweist auf finanzielle Engpässe als großes Hindernis.

Das BfS drängt weiterhin auf sofortiges Handeln und fordert faire Bezahlung sowie stabile Beschäftigungsbedingungen. Die Kritik zielt auf die langfristige Jobunsicherheit und die Auswirkungen auf die Motivation der Belegschaft. Parallel bleiben die Verhandlungen mit ver.di ein zentraler Baustein zur Lösung des Konflikts.

Die Forderung nach einem Tarifvertrag bis zum 1. Oktober bleibt die zentrale Kernforderung. Ohne Änderungen droht den Beschäftigten weiterhin Unsicherheit bei Löhnen und Renten. SPD und BfS sind sich zwar über die Dringlichkeit einig, gehen aber unterschiedliche Wege, um die finanziellen und strukturellen Herausforderungen zu bewältigen.

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