Netzbetreiber sparen Milliarden durch klügere Stromnetz-Anbindungen möglich
Nico PetersNetzbetreiber sparen Milliarden durch klügere Stromnetz-Anbindungen möglich
Netzbetreiber geraten unter wachsenden Druck, Stromnetze auszubauen
Mit dem steigenden Bedarf an erneuerbaren Energien wächst der Druck auf die Netzbetreiber, ihre Netze schneller auszubauen. Eine neue Studie des Energiewirtschaftlichen Instituts (EWI) an der Universität zu Köln zeigt, dass intelligentere Netzanbindungen die Kosten um Milliarden Euro pro Jahr senken könnten. Ohne Anpassungen der aktuellen Ausbaupläne könnten bis 2045 durchschnittlich rund 350 Milliarden Euro investiert werden müssen.
Laut dem EWI-Bericht gibt es erhebliche Ineffizienzen bei der Anbindung von Erneuerbare-Energien-Projekten an das Stromnetz. Bisher nutzen Solar- und Windparks oft separate Anschlussstellen, was die Kosten erhöht und zu Engpässen führt. Durch die gemeinsame Nutzung von Netzanbindungspunkten könnten laut Studie jährlich 1,8 Milliarden Euro eingespart werden.
Gemeinsame Anschlüsse würden nicht nur die Netzauslastung verbessern, sondern auch den Bedarf an Einspeisemanagement verringern – also die Situation, in der überschüssiger Ökostrom ungenutzt bleibt. Allerdings könnte dies für manche Erzeuger zu häufigeren Abschaltungen führen. Um Verluste zu minimieren, empfiehlt die Studie den Einsatz von Batteriespeichern hinter den Netzanbindungspunkten.
Aktuell fehlen jedoch ausreichende Anreize, um solche Optimierungen voranzutreiben. Ohne bessere politische Rahmenbedingungen warnt das EWI vor Wohlfahrtsverlusten und höheren Kosten. Die Studie berechnet, dass der netzseitige Ausbau für erneuerbare Energien unter den heutigen Bedingungen zwischen 61 und 180 Euro pro Kilowatt kosten könnte.
Doch die finanziellen Vorteile einer Reform sind deutlich: Durch geringere Verteilkosten und weniger Einspeisemanagement könnten jährlich bis zu 800 Millionen Euro an Effizienzgewinnen erzielt werden.
Die Vorschläge des EWI zielen darauf ab, den Druck auf die Netzbetreiber zu verringern und gleichzeitig die langfristigen Kosten zu senken. Durch optimierte Anschlüsse und den Ausbau von Speicherkapazitäten ließen sich Milliarden sparen. Ohne Veränderungen könnte die erwartete Investition von 350 Milliarden Euro bis 2045 jedoch weiterhin an grundlegenden Ineffizienzen kranken.






