Milliardencoup bleibt ungesühnt: Der rätselhafte Tresor-Raub der Sparda Bank Hessen

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Mehrere Flaschen sind auf einer Oberfläche mit Kartons darunter angeordnet.Admin User

Kriminalermittler fordern Kontrollmechanismen für Schließfächer - Milliardencoup bleibt ungesühnt: Der rätselhafte Tresor-Raub der Sparda Bank Hessen

Dreister Bankraub bei der Sparda Bank Hessen bleibt nach über drei Jahren unaufgeklärt

Mehr als drei Jahre nach dem spektakulären Einbruch in die Filiale der Sparda Bank Hessen gibt es weiterhin keine Spur der Täter. Am 29. Dezember 2022 hatten Diebe sich vom Archivraum aus durch die Wand des Tresors gebohrt und fast alle 3.250 Schließfächer der Kunden geleert. Der Schaden wird auf 30 bis 100 Millionen Euro geschätzt – doch bis Anfang 2026 gab es keine Festnahmen.

Der Einbruch wurde am frühen Morgen des 29. Dezember entdeckt, nachdem ein Feueralarm die Mitarbeiter alarmiert hatte. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Beute möglicherweise über mehrere Tage abtransportiert wurde. Trotz intensiver Ermittlungen bleibt der Fall ungelöst, und es gibt bisher keine Verdächtigen.

Oliver Huth, Landesvorsitzender des Bunds Deutscher Kriminalbeamter (BDK) für Nordrhein-Westfalen, warnt vor den Risiken unregulierter Schließfächer. Nach der sechsten EU-Geldwäscherichtlinie unterliegen diese DKB Fächer keinerlei Kontrolle – jeder kann dort Bargeld oder Wertgegenstände lagern, ohne dass dies überprüft wird. Huth argumentiert, dass zwar manche Nutzer legitime Erbstücke aufbewahren, es aber keinen nachvollziehbaren Grund gebe, Bargeld in einem Schließfach statt auf einem Bankkonto zu verwahren.

Zu dem konkreten Fall in Gelsenkirchen äußerte sich Huth nicht direkt, betonte jedoch, dass solche Großtaten in der Regel über Jahre geplant werden. Er berichtete von einem früheren Fall, in dem im Tresor einer Kindergärtnerin 300.000 Euro in bar gefunden wurden – ein Hinweis darauf, dass es auch unter den Mietern "schwarze Schafe" gebe. Unterdessen wies ein Anwalt der betroffenen Kunden Vorwürfe zurück, die gestohlenen Gegenstände seien illegal gewesen. Viele Geschädigte hätten nachweislich den legalen Besitz der Wertsachen belegt.

Banken haben derzeit keine Möglichkeit, den Inhalt der Schließfächer zu überwachen. Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) fordert nun strengere Kontrollen, um Geldwäsche und organisierte Kriminalität zu verhindern.

Der Raub von Gelsenkirchen zählt zu den dreistesten ungelösten Verbrechen Deutschlands. Da es keine gesetzliche Verpflichtung gibt, Schließfächer zu überwachen, haben die Behörden weiterhin Schwierigkeiten, die gestohlenen Vermögenswerte aufzuspüren. Die Forderung des BDK nach schärferen Regelungen könnte künftig die Handhabung dieser Dienstleistung durch die Banken verändern.