Massivrazzia deckt 1.800 mutmaßliche Arbeitsrechtsverstöße auf – Mindestlohn und Schwarzarbeit im Visier
Nico PetersMassivrazzia deckt 1.800 mutmaßliche Arbeitsrechtsverstöße auf – Mindestlohn und Schwarzarbeit im Visier
Zollbehörden haben eine groß angelegte Kontrollaktion in Branchen mit hohem Risiko und Kundenkontakt durchgeführt. Rund 3.000 Beamte befragten etwa 6.500 Beschäftigte zu ihren Arbeitsbedingungen. Bei der Aktion wurden fast 1.800 mutmaßliche Verstöße gegen das Arbeitsrecht aufgedeckt.
Im Fokus standen Betriebe, in denen illegale Beschäftigung und Lohnbetrug besonders wahrscheinlich sind. Die Beamten führten über 700 detaillierte Prüfungen von Unternehmensunterlagen durch und leiteten mehr als 800 Ermittlungen wegen Schwarzarbeit und ungesetzlicher Einstellungspraktiken ein.
Während der Kontrollen wurden rund 1.800 mögliche Verstöße festgestellt. Davon betrafen etwa 600 Fälle die Nichteinhaltung des Mindestlohns. Die Behörden eröffneten zudem 460 Ordnungswidrigkeitsverfahren, von denen über 90 mit Mindestlohnverstößen zusammenhingen.
In etwa 340 Fällen wurden strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet, darunter 45 wegen vorenthaltener Sozialabgaben. Zudem arbeiteten 150 Beschäftigte ohne gültige Aufenthaltserlaubnis. Nachkontrollen sollen nun die Personalakten mit Lohn- und Finanzdaten der Unternehmen abgleichen.
Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) koordinierte die Aktion und setzte dabei einen risikobasierten Ansatz ein, um gezielt bestimmte Branchen und Regionen zu überprüfen. Die Kontrollen führten zu Hunderten von Straf- und Ordnungswidrigkeitsverfahren. Weitere Ermittlungen werden Lohnunterlagen und Beschäftigungsdaten prüfen. Die Behörden kündigten an, die Bekämpfung illegaler Arbeitspraktiken konsequent fortzusetzen.






