30 April 2026, 14:24

Machtkampf bei der Berliner Zeitung: Verleger und Journalist liefern sich öffentlichen Streit

Schwarzes und weißes Foto einer Zeitungsseite mit einer Liste von Elementen, Text und einem Logo, wahrscheinlich eine Redaktion.

Machtkampf bei der Berliner Zeitung: Verleger und Journalist liefern sich öffentlichen Streit

Ein öffentlicher Streit ist zwischen Holger Friedrich, Verleger der Berliner Zeitung, und dem Journalisten Franz Sommerfeld entbrannt. Der Konflikt begann, nachdem Sommerfeld die politische Ausrichtung der Zeitung nach dem Abgang der langjährigen Chefreporterin kritisiert hatte. Friedrich konterte mit einem scharf formulierten persönlichen Artikel, in dem er seine Haltung verteidigte und sich weigerte, nachzugeben.

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Die Auseinandersetzung lenkt die Aufmerksamkeit auf Friedrichs Führungsstil, den einige Beobachter als unreflektiert und übermäßig defensiv beschreiben. Anja Reich-Osang, Chefreporterin der Berliner Zeitung, verließ die Redaktion im Juni nach drei Jahrzehnten. Friedrich stellte ihren Abgang als routinemäßige Personalentscheidung dar. Doch der Medienkommentator Franz Sommerfeld kritisierte später die sich wandelnde politische Linie der Zeitung nach ihrem Ausscheiden.

Friedrich reagierte mit einem persönlichen Artikel, in dem er Sommerfelds Bedenken zurückwies. Dabei verschwiegen er, dass die Kritik nicht von der Berliner Zeitung als Institution, sondern von Sommerfeld selbst stammte. Stattdessen warf er dem Medienportal kress, das über den Streit berichtete, vor, unobjektiven Journalismus zu betreiben und "Unsinn" zu verbreiten.

Friedrich bekleidet seinen Posten seit über sechs Jahren. Im privaten Rahmen äußert er sich häufig abfällig über das, was er als berufliche Versäumnisse in der Medienbranche wahrnimmt. Seine öffentliche Verteidigung gegenüber Sommerfeld hat nun den Eindruck eines übersteigerten Egos und mangelnder Kritikfähigkeit verstärkt.

Der Verleger hat deutlich gemacht, dass er weder seinen ursprünglichen Text noch seine Haltung ändern wird. Der Schlagabtausch bleibt damit ungelöst, ohne Anzeichen für einen weiteren Dialog zwischen den beiden Seiten.

Der Streit wirft grundsätzliche Fragen zur redaktionellen Ausrichtung der Berliner Zeitung unter Friedrichs Führung auf. Sommerfelds Kritik und Friedrichs Weigerung, seine Position zu überdenken, deuten auf eine vertiefende Spaltung über die Zukunft der Zeitung hin. Die Auseinandersetzung unterstreicht zudem allgemeine Bedenken hinsichtlich Transparenz und Verantwortung in der Medienführung.

Quelle