Kushners Luxusresort in Albaniens Wildfluss-Nationalpark löst "Flamingo-Revolution" aus
Paul MaierKushners Luxusresort in Albaniens Wildfluss-Nationalpark löst "Flamingo-Revolution" aus
Albanien hat einem mit Jared Kushner verbundenen Unternehmen Sonderstatus für den Bau eines Luxusressorts auf einer geschützten Insel gewährt. Der Schritt hat Proteste von Bürgern ausgelöst, die um die Küste besorgt sind. Ministerpräsident Edi Rama warf zudem dem Iran vor, die Unruhen zu schüren.
Jared Kushner, der Schwiegersohn des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, plant ein Milliardenprojekt für ein Resort im Vjosa-Narta-Delta. Das Gebiet ist Europas erster Wildfluss-Nationalpark und beherbergt seltene Flamingos, Pelikane sowie Schildkrötenbrutstätten. Seine Investmentfirma Affinity Partners strebt eine Stärkung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Israel und arabischen Staaten an.
Rama verlieh dem Projekt den Status eines „strategischen Investors“ und umging damit Umweltprüfungen. Diese Entscheidung löste die sogenannte „Flamingo-Revolution“ aus – Anwohner protestieren gegen mögliche Schäden für das Delta. Später machte Rama den Iran für die Demonstrationen verantwortlich und beschuldigte Teheran des Cyberterrorismus.
Albanien, ein mehrheitlich muslimisches, aber säkulares NATO-Mitglied, hat Tausende iranische Exilanten der Volksmudschaheddin-Organisation (MEK) aufgenommen. Das Land, das sich eng an westliche Verbündete anlehnt, erhielt 2014 den EU-Kandidatenstatus. Die EU kritisiert jedoch weiterhin Korruption und eine schwache Rechtsstaatlichkeit in Albanien.
Das Resort-Projekt wird unter privilegierten Bedingungen vorangetrieben. Umweltgruppen und Bürger leisten weiterhin Widerstand. Die Reaktion der Regierung, darunter die Vorwürfe gegen den Iran, verleiht dem Konflikt eine geopolitische Dimension.






