20 March 2026, 16:16

Junge Menschen in NRW verlieren das Vertrauen in die Demokratie – was steckt dahinter?

Ein Plakat mit der Aufschrift "Mangelnde Bildung: Der bösartige Kreislauf" mit Bildern von verschiedenen Menschen in chaotischer Anordnung, die den Einfluss von schlechter Bildung darstellen.

Junge Menschen in NRW verlieren das Vertrauen in die Demokratie – was steckt dahinter?

Eine neue Studie aus Nordrhein-Westfalen offenbart eine wachsende Unzufriedenheit mit der Demokratie unter jungen Menschen. Nur noch die Hälfte der Befragten hält das System für gut funktionierend, wobei die Zustimmung besonders in der Altersgruppe unter 45 Jahren stark gesunken ist. Experten warnen, dass Schulen und digitale Räume extremistischen Einflüssen nicht wirksam genug entgegenwirken.

Die Untersuchung zeigt eine deutliche generationenbedingte Kluft in der Haltung zur Demokratie. Bei den 19- bis 29-Jährigen ist das Vertrauen in die demokratischen Institutionen auf ein Rekordtief gesunken. Fast die Hälfte der Befragten in dieser Gruppe glaubt mittlerweile, die Gesellschaft würde von einer dominierenden Einzelpartei profitieren – ein klares Anzeichen für den Aufstieg undemokratischer Ansichten.

Aus den Daten lassen sich drei deutliche Gruppen identifizieren: überzeugte Demokraten, unsichere "fragile Demokraten" und explizite Demokratiegegner. Letztere beiden Kategorien werden vor allem von jüngeren, weniger gebildeten Menschen dominiert. Zwar gibt es seit 2022 keine spezifischen Zahlen zur Unzufriedenheit bei 14- bis 18-Jährigen in NRW, doch zeigen allgemeine Trends eine Zunahme rechtsextremer Vorfälle an Schulen – von 277 im Jahr 2023 auf 452 im Jahr 2024.

Die Studie verweist zudem auf digitale Räume als Nährboden für Radikalisierung. Bundesbildungsministerin Karin Prien äußerte Besorgnis darüber, dass junge Menschen in Chatgruppen, auf Gaming-Plattformen und in sozialen Medien zunehmend mit frauenfeindlichen Inhalten, Gewalt und extremistischem Gedankengut konfrontiert werden. Die klassische politische Bildung, so der Bericht, komme mit diesen digitalen Herausforderungen kaum nach.

Viele junge Befragte forderten, politische Themen stärker in den Schulunterricht zu integrieren. Die Autoren der Studie argumentieren, dass eine gestärkte politische Bildung demokratische Resilienz fördern und der wachsenden Skepsis entgegenwirken könnte.

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Die Ergebnisse unterstreichen die sich vertiefende Distanz zwischen Jugendlichen und demokratischen Institutionen. Angesichts der rasanten Verbreitung extremistischer Botschaften im Netz stehen Schulen unter Druck, die politische Bildung zu modernisieren. Die Behörden verfügen nun über konkrete Belege für den Vertrauensverlust – insbesondere bei jüngeren, weniger gebildeten Bevölkerungsgruppen – und müssen gezielt gegensteuern.

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