Inflation in Deutschland steigt bis Dezember 2024 auf 4,6 Prozent
Deutschland könnte bis Ende 2024 einen deutlichen Anstieg der Inflation erleben, mit einer erwarteten Rate von 4,6 Prozent im Dezember. Der Preisschub folgt auf die zunehmenden Spannungen im Persischen Golf nach einem jüngsten US-Angriff auf den Iran. Ökonomen warnen, dass höhere Preise mit einer schwachen Wirtschaftsentwicklung zusammenfallen könnten – eine neue Belastung für Haushalte und Unternehmen gleichermaßen.
Die aktuelle Inflationsprognose stammt vom IW-Kölner Institut für Wirtschaftsforschung, das nun für 2026 eine durchschnittliche Teuerungsrate von 3,5 Prozent vorhersagt – ein Anstieg gegenüber den 2,7 Prozent aus dem März. Die Schätzung stützt sich auf Preisentwicklungen während der Energiekrise 2022, als die Inflation nach Russlands Angriff auf die Ukraine auf über 10 Prozent hochschnellte. Damals lag der Jahresdurchschnitt bei 6,9 Prozent, einer der stärksten Anstiege seit Jahrzehnten.
Haupttreiber der aktuellen Preisspirale ist die Eskalation zwischen den USA, Israel und dem Iran. Als Reaktion hat die Bundesregierung Entlastungsmaßnahmen beschlossen, darunter eine temporäre Spritpreisermäßigung ab dem 1. Mai. Zudem dürfen Unternehmen ihren Beschäftigten eine steuerfreie Inflationsprämie von bis zu 1.000 Euro zahlen, um die finanzielle Belastung abzufedern.
Markus Demary, Geldpolitik-Experte des IW, zeigt sich besorgt über die Kombination aus hoher Inflation und schwacher Konjunktur. Er hält die bisherigen Hilfen für unzureichend, insbesondere für einkommensschwache Haushalte, und schlägt eine Erhöhung der Entfernungspauschale vor, um steigende Fahrtkosten auszugleichen. Das IW schließt nicht aus, dass die Europäische Zentralbank (EZB) eingreifen könnte – diese hatte 2022 ihre Geldpolitik umgestellt, um die Teuerung einzudämmen.
Sollten sich die Prognosen bewahrheiten, wird die Inflation bis Dezember 2024 auf 4,6 Prozent klettern und den finanziellen Druck auf Verbraucher weiter verschärfen. Die geplanten Entlastungen wie Spritrabatte und steuerfreie Zuschüsse sollen die Folgen abmildern. Doch Experten betonen: Weitere Maßnahmen könnten nötig sein, um einkommensschwache Haushalte vor anhaltend hohen Preisen zu schützen.






