IMK vertagt Entscheidungen gegen Gewalt in Fußballstadien auf Herbstkonferenz
Sebastian SchulteIMK vertagt Entscheidungen gegen Gewalt in Fußballstadien auf Herbstkonferenz
Die Innenministerkonferenz (IMK) hat beschlossen, vorerst keine neuen Maßnahmen gegen gewalttätige Ausschreitungen in Fußballstadien einzuführen. Stattdessen soll das Thema auf der Herbstkonferenz erneut beraten werden. Auch aktuelle Vorfälle, darunter die beim DFB-Pokalfinale im Mai, änderten nichts an dieser Haltung.
Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul zeigte sich frustriert über die ausbleibenden Fortschritte bei der Bekämpfung von Fußballgewalt. Er kritisierte den Schiedsrichter, dass dieser das DFB-Pokalfinale trotz des Abfeuerns von Pyrotechnik nicht abgebrochen habe. Reul forderte zudem schärfere Kontrollen, darunter Durchsuchungen von Ultra-Fanräumen und den Einsatz von Videoüberwachung, um zu verhindern, dass Gegenstände über Zäune geworfen werden.
Die IMK-Arbeitsgruppe „Fußball ohne Gewalt“ erkannte zwar die erheblichen Sicherheitsrisiken durch Pyrotechnik an. Dennoch wird sie auf der kommenden Konferenz keinen Plan für eine bessere Durchsetzung des Pyrotechnik-Verbots vorlegen. Bisherige Bußgelder bei Verstößen erwiesen sich oft als wirkungslos, und Pilotprojekte mit Pyrotechnik-Detektoren brachten enttäuschende Ergebnisse.
Die Vertagung der Entscheidung auf die Herbstkonferenz bedeutet, dass vorerst keine konkreten Schritte erfolgen werden. Vereine könnten dennoch unter Druck geraten, ihre Sicherheitsvorkehrungen zu verschärfen. Die Debatte über Pyrotechnik und Stadion-Sicherheit bleibt damit weiterhin ungelöst.






