Haushaltsstreit um Sanierung: Bürgerzentrum und Jugendtreff vor entscheidenden Weichenstellungen
Tim WeberHaushaltsstreit um Sanierung: Bürgerzentrum und Jugendtreff vor entscheidenden Weichenstellungen
Im jüngsten Haushaltsausschuss entbrannte eine hitzige Debatte über dringende Sanierungsarbeiten an zwei zentralen städtischen Einrichtungen. Sowohl das Bürgerzentrum Bergischer Löwe als auch die Jugendfreizeitstätte Quirlsberg standen vor richtungsweisenden Entscheidungen – doch die Verantwortlichen waren uneins über Finanzierung und Zeitplan. Während einige auf sofortiges Handeln drängten, forderten andere eine umfassendere Strategie, bevor öffentliche Gelder fließen.
Den Auftakt der Sitzung bildete eine Warnung von Alexandra Meuthen, Leiterin des städtischen Liegenschaftsamts. Sie betonte, dass Verzögerungen bei der Sanierung des Bergischen Löwen lebensbedrohliche Überschwemmungsrisiken bergen könnten. Die Verwaltung hatte 2,5 Millionen Euro für die Erneuerung der Elektroinstallationen beantragt – ein erster, aber unverzichtbarer Schritt angesichts des denkmalgeschützten Gebäudes. Nach einer nichtöffentlichen Beratung stimmte eine breite Mehrheit dem Vorhaben zu.
Unterdessen hatte der Jugendhilfeausschuss bereits Übergangslösungen für das Jugendzentrum Q1 auf dem Quirlsberg abgesegnet. Dazu zählten Brandschutz- und Elektroarbeiten sowie Pläne für einen neuen Jugendtreff. Rainer Röhr von Volt/FWG hinterfragte die Konzeption des Treffs, woraufhin Claudia Werker, Leiterin des Jugend- und Sozialamts, Nutzungskonzept und Planungsstand erläuterte.
Anschließend rückte der Quirlsberg-Standort selbst in den Fokus. Ein Antrag über 250.000 Euro für dringende Instandsetzungsarbeiten – nötig, um den Betrieb bis zur Fertigstellung des neuen Jugendtreffs aufrechtzuerhalten – fand breite Zustimmung. Nur Volt/FWG und die Bürgerpartei enthielten sich. Beim Bergischen Löwen hingegen gab es Dissens: SPD-Fraktionschef Klaus Waldschmidt sprach sich gegen teure Teilreparaturen aus und plädierte dafür, auf einen Gesamt-Sanierungsplan zu warten.
Bevor die Sitzung geschlossen wurde, brachten Vertreter von CDU, Grünen und SPD Anträge ein, die Budgetabstimmung komplett zu überspringen. Diese wurden einstimmig angenommen, sodass die Diskussion auf die kommende Dienstagssitzung des Stadtrats vertagt wurde.
Die Beschlüsse des Ausschusses bedeuten, dass nun 2,5 Millionen Euro in die Elektrosanierung des Bergischen Löwen fließen, während die Übergangsmaßnahmen in Quirlsberg voranschreiten. Die vertagte Haushaltsdebatte lässt finanzielle Fragen vorerst offen. In der nächsten Ratssitzung wird sich zeigen, ob zusätzliche Mittel oder alternative Pläne für beide Standorte auf den Tisch kommen.






