Gremmendorfs umstrittene Straßennamen: Bezirksrat entscheidet über Anne-Frank-Weg und Scholl-Geschwister

Admin User
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Ein Gebäude mit Autos und Gullideckeln auf der Straße im Vordergrund und Plakate von Menschen an einer Wand im Hintergrund.Admin User

Gremmendorfs umstrittene Straßennamen: Bezirksrat entscheidet über Anne-Frank-Weg und Scholl-Geschwister

{"headline":"Südostbezirksrat entscheidet über Straßenbezeichnungen in Gremmendorf","teaser":"Südostbezirksrat entscheidet über Straßenbezeichnungen in Gremmendorf","publication_date":"2025-12-05T04:00:00+00:00","keyword_names":"politik-und-gesetzgebung, politik, allgemeine-nachrichten","article_body":"Bezirksrat Südost entscheidet über Straßenumbenennung in Gremmendorf\n\nBezirksrat Südost entscheidet über Straßenumbenennung in Gremmendorf\n\n1. Dezember 2025\n\nDer Bezirksrat Südost der Stadt Münster stimmt am 9. Dezember 2025 darüber ab, ob zwei Straßen in Gremmendorf umbenannt werden. Der Lüderitzweg und der Woermannweg stehen seit Jahren in der Kritik, da ihre Namensgeber mit kolonialer Gewalt und nationalsozialistischer Ideologie in Verbindung gebracht werden. Als neue Namen sind Widerstandskämpferinnen und -kämpfer wie Anne Frank sowie Hans und Sophie Scholl vorgesehen.\n\nDie Initiative zur Umbenennung begann zwischen 2020 und 2025, als Anwohner:innen mehrere Petitionen einreichten. Darin wiesen sie auf die kolonialen Verbrechen von Adolf Lüderitz und Adolph Woermann hin, die gegen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der UN verstoßen hatten. Eine spätere Prüfung durch die Stadtverwaltung bestätigte zudem, dass die Straßen während der NS-Zeit benannt worden waren, um propagandistische Zwecke zu erfüllen.\n\nBei einer Informationsveranstaltung im März 2025 konnten sich Bürger:innen äußern – die Rückmeldungen zeigten eine gespaltene Meinung zwischen Befürworter:innen und Gegner:innen der Umbenennung. Die Stadtverwaltung sprach sich daraufhin für eine Änderung aus und verwies auf Münsters Verpflichtung, koloniale Ungerechtigkeiten aufzuarbeiten und sich an den Richtlinien für öffentliche Erinnerungsarbeit zu orientieren.\n\nGemäß dem Vorschlag soll der Lüderitzweg in Anne-Frank-Weg und der Woermannweg in Hans-und-Sophie-Scholl-Weg umbenannt werden. Die endgültige Entscheidung liegt nun beim Bezirksrat nach jahrelanger Prüfung und Bürgerbeteiligung.\n\nDie Abstimmung am 9. Dezember wird zeigen, ob die Straßen künftig an antinationalsozialistischen Widerstand erinnern. Bei einer Zustimmung wäre dies ein weiterer Schritt Münsters, historische Ungerechtigkeiten im Rahmen der Erinnerungskultur aufzuarbeiten. Damit würde zugleich ein fünfjähriger Prozess aus Petitionen, Gutachten und öffentlicher Debatte abgeschlossen."