Fasana kämpft ums Überleben nach gescheiterter Übernahme und Grundstücksstreit
Tim WeberFasana kämpft ums Überleben nach gescheiterter Übernahme und Grundstücksstreit
Fasana steht vor ungewisser Zukunft nach gescheiterter Übernahme
Der traditionsreiche Tissue-Hersteller Fasana aus Euskirchen bangt um seine Zukunft, nachdem eine geplante Übernahme geplatzt ist. Das Unternehmen, das seit über 127 Jahren besteht, hatte Anfang Juni Insolvenz angemeldet – bedingt durch hohe Energiekosten, wirtschaftliche Belastungen und einen Cyberangriff. Nun hängt das Überleben des Betriebs von der Klärung eines Streits über den Grundstückspreis mit dem Eigentümer ab.
Das Insolvenzverfahren läuft seit vier Monaten, in denen Fasana verzweifelt versucht hat, den finanziellen Kollaps abzuwenden. Zwei große internationale Firmen hatten Interesse an einer Übernahme signalisiert, doch die Verhandlungen scheiterten. Das Hauptproblem: Der Eigentümer verlangt für das Gelände einen Preis, der das Dreifache des geschätzten Marktwerts beträgt.
Der Insolvenzverwalter Dr. Dirk Wegener und Geschäftsführer Karsten Beisert arbeiten nun gemeinsam mit der Stadt Euskirchen an einer letzten Rettungslösung. Bürgermeister Sacha Reichelt ist in die Gespräche eingebunden, um das Aus für einen Betrieb zu verhindern, der seit 1898 fester Bestandteil der lokalen Wirtschaft ist. Fasanas Geschichte reicht von der Textilproduktion bis zur Umstellung auf Hygienepapier in den 1960er-Jahren, über Expansionsphasen in den 1980ern und 1990ern bis hin zum Fokus auf Nachhaltigkeit unter der Schoeller-Gruppe seit den 2000er-Jahren.
Für den nächsten Tag ist eine Betriebsversammlung angesetzt, um die Mitarbeiter über ihre Jobperspektiven zu informieren. Sollte es keine Einigung über das Grundstück geben, könnte das Unternehmen nach mehr als einem Jahrhundert seinen Betrieb einstellen müssen.
Das gescheiterte Übernahmevorhaben lässt die Belegschaft in Unsicherheit zurück – ohne klare Perspektive. Kommt es zu keinem Kompromiss mit dem Eigentümer, würde die Schließung das Ende einer 127-jährigen Industriegeschichte in Euskirchen bedeuten. Die Entscheidung hängt nun von den laufenden Gesprächen zwischen dem Insolvenzteam, der Stadt und dem Grundstückseigentümer ab.






