EU-Recht auf Reparatur: Höhere Kosten für Verbraucher und Unternehmen drohen
Nico PetersEU-Recht auf Reparatur: Höhere Kosten für Verbraucher und Unternehmen drohen
Neue EU-Richtlinie zum "Recht auf Reparatur": Mehr Kosten für Verbraucher und Unternehmen?
Seit Juli 2024 gilt eine neue EU-Richtlinie zum "Recht auf Reparatur", die Reparaturen von Elektro- und Haushaltsgeräten für Verbraucher zugänglicher machen soll. Demnach müssen Hersteller auch nach Ablauf der Garantie Reparaturen zu fairen Preisen anbieten. Doch es mehren sich Bedenken, dass die Regelung sowohl für Verbraucher als auch für Unternehmen die Kosten in die Höhe treiben könnte.
Ziel der Richtlinie ist es, Müll zu reduzieren, indem Reparaturen statt Neukäufe gefördert werden. Laut dem neuen Gesetz sind Unternehmen nun verpflichtet, günstige Reparaturen für gängige Haushaltsgeräte auch über die übliche Garantiezeit hinaus anzubieten. Doch viele Branchenvertreter warnen vor unerwarteten finanziellen Belastungen.
Mehr als zwei Drittel der Hersteller rechnen damit, dass die Reparaturkosten für Kunden steigen werden. Als Gründe nennen sie höhere Personalkosten und den Bedarf an mehr Ersatzteilen. Gleichzeitig empfinden bereits 70 Prozent der Verbraucher Reparaturen im Vergleich zum Neukauf als zu teuer.
Auch der Handel steht vor Herausforderungen: 74 Prozent der Händler geben zu, dass ihnen qualifiziertes Personal fehlt, um eine Zunahme an Reparaturanfragen zu bewältigen. Fast 70 Prozent der Geschäfte erwarten höhere Reparaturrechnungen – bedingt durch teurere Bauteile und zusätzliche Arbeitskosten. Einige befürchten, dass sich diese Kosten auf die Preise neuer Produkte auswirken werden: 62 Prozent der Händler rechnen damit, dass sie die Preise für Neuware erhöhen müssen, um die Reparaturlasten auszugleichen.
Nicht alle Hersteller teilen diese Einschätzung: Nur 37 Prozent glauben, dass neue Geräte teurer werden. Dennoch argumentieren Kritiker, dass die Nachhaltigkeitsziele der Richtlinie unterlaufen werden könnten, wenn Reparaturen für Verbraucher am Ende noch kostspieliger werden.
Die Regelung ist bereits in Kraft getreten, und Deutschland muss sie bis Juli 2024 umsetzen. Während die Politik auf langlebigere Produkte setzt, bereiten sich Unternehmen und Verbraucher gleichermaßen auf mögliche Preiserhöhungen vor. Ob die Richtlinie erfolgreich sein wird, hängt davon ab, ob Reparaturen tatsächlich so bezahlbar bleiben, dass sie den Wegwerftrend noch funktionsfähiger Geräte bremsen können.






