Düsseldorf stoppt Milliarden-Opernneubau und setzt auf Modernisierung
Düsseldorf hat die Pläne für ein neues Opernhaus des norwegischen Architekturbüros Snøhetta wegen explodierender Kosten aufgegeben. Ursprünglich sollte das Nachkriegsgebäude ersetzt werden, doch bei geschätzten Baukosten von 1,8 Milliarden Euro stoppte die Stadt das Vorhaben. Oberbürgermeisterin Keller setzt nun stattdessen auf die Modernisierung des bestehenden Bauwerks am Hofgarten.
Das ursprüngliche Projekt sah den Neubau einer Oper am Wehrhahn vor, wo die Stadt ein Grundstück für 137 Millionen Euro erworben hatte. Angesichts der hohen Kosten sah sich die Stadt jedoch zum Umdenken gezwungen. Als Alternative schlug das Frankfurter Büro raumwerk vor, das bestehende Opernhaus mit einer halbtransparenten Hülle zu ummanteln und die Kapazität um 25 Prozent zu erhöhen.
Die Sanierung des Bestandsgebäudes wird nun auf 400 bis 500 Millionen Euro geschätzt. Unterdessen steht in Rostock das Volkstheater – 1943 erbaut und später zu einem ikonischen Bau der DDR-Moderne umgestaltet – vor einer ungewissen Zukunft. Zwar hatte die regierende CDU den Abriss zugunsten von Neubauten vorgeschlagen, doch das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege hat weite Teile des Gebäudes unter Schutz gestellt, was eine Abriss unwahrscheinlich macht.
Ein neues Theater in Rostock, entworfen vom Berliner Büro Hascher Jehle, entsteht bereits für geschätzte 208 Millionen Euro. Das Volkstheater besitzt historische Bedeutung als Spielstätte der Uraufführung von Peter Weiss’ Marat/Sade im Jahr 1965.
Düsseldorf konzentriert sich nun auf die Aufwertung der bestehenden Oper statt auf einen Neubau – eine Entscheidung, die die finanziellen Grenzen des ursprünglichen Projekts widerspiegelt. In Rostock hingegen sorgen Denkmalschutzbestimmungen dafür, dass das Volkstheater voraussichtlich erhalten bleibt und damit sein kulturelles und architektonisches Erbe bewahrt wird.






