Deutz setzt auf Wachstum mit Übernahme und radikaler Umstrukturierung
Deutz setzt auf Wachstum mit Übernahme und radikaler Umstrukturierung
Deutz AG formt sein Geschäft mit einer großen Übernahme und strukturellen Veränderungen neu
Der Konzern hat einen Deal zum Kauf der Frerk Aggregatebau GmbH unterzeichnet und betritt damit den schnell wachsenden Markt für Notstromaggregate in Rechenzentren. Diese strategische Weichenstellung geht einher mit einer umfassenden Umstrukturierung, die die Abhängigkeit von Dieselmotoren verringern soll.
Der Kaufvertrag für die Frerk Aggregatebau GmbH wurde am 17. Dezember 2025 in Köln unterzeichnet. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Kartellbehörden; die vollständige Integration in die neu geschaffene Sparte Deutz Energy ist bis zum ersten Quartal 2026 geplant. Nach Abschluss der Übernahme rechnet das Unternehmen mit zusätzlichen Jahresumsätzen in Höhe von 100 Millionen Euro.
Zudem hat Deutz AG seine Geschäftsbereiche in fünf eigenständige Einheiten neu organisiert. Im Zuge dieser Neuausrichtung wurde die Position des zentralen Chief Operating Officers (COO) abgeschafft. Ziel ist es, eine agilere Struktur zu schaffen, die schneller auf Marktveränderungen reagieren kann. Die Unternehmensstrategie konzentriert sich auf zwei zentrale Punkte: die Reduzierung der Abhängigkeit vom zyklischen Dieselmotoren-Geschäft und die Expansion in wachstumsstarke Segmente wie die Rechenzentrums-Infrastruktur. Der Markt für Notstromlösungen in Rechenzentren verzeichnet derzeit ein jährliches Wachstum von 15 bis 20 Prozent – ein lukratives Betätigungsfeld für Deutz. Analysten, darunter Warburg Research, bewerten die Umstrukturierung und die Übernahme positiv. Sie stufen die Deutz-Aktie weiterhin mit "Kaufen" ein und setzen das Kursziel auf 11,30 Euro – was ein mögliches Aufwärtspotenzial von über 30 Prozent gegenüber dem aktuellen Stand bedeutet. Eine reibungslose Integration von Frerk Aggregatebau könnte diese Prognose weiter stützen.
Die Übernahme der Frerk Aggregatebau GmbH und die dezentrale Neuaufstellung markieren einen tiefgreifenden Wandel für Deutz AG. Gelingen die Maßnahmen, könnten sie die Position des Unternehmens in zukunftsträchtigen Märkten stärken und gleichzeitig die Anfälligkeit für Schwankungen im traditionellen Dieselgeschäft verringern. Die finale Abwicklung des Deals Anfang 2026 wird den nächsten Schritt dieser Transformation einläuten.
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