Bergisch Gladbach kämpft mit drastischem Kita-Platzmangel und Bauverzögerungen

Tim Weber
Tim Weber
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Ein Plakat mit Text, das für das American Rescue Plan wirbt, um die Kinderarmut in den USA zu reduzieren, mit einem Bild einer Gruppe von Menschen.Tim Weber

Bergisch Gladbach kämpft mit drastischem Kita-Platzmangel und Bauverzögerungen

Bergisch Gladbach steht vor einer verschärften Kita-Krise: Bauverzögerungen und Personalmangel reduzieren Betreuungsplätze

In Bergisch Gladbach spitzt sich die Betreuungskrise für Kinder weiter zu, da Bauverzögerungen und Fachkräftemangel die Zahl der verfügbaren Kita-Plätze schrumpfen lassen. Trotz Bemühungen, die Kapazitäten auszubauen, gibt es inzwischen weniger Plätze als im Vorjahr – viele Familien bleiben ohne Betreuungsmöglichkeiten.

Die Lage hat sich verschärft, weil der Ausbau neuer Einrichtungen langsamer voranschreitet als geplant und bestehende Kitas ihre Kapazitäten reduzieren mussten, um die pädagogische Qualität zu verbessern. Die Stadtverwaltung warnt vor möglichen Klagen von Eltern, sollte sich die Versorgungslücke weiter vergrößern.

Ursprünglich waren für das Kitajahr 2024/25 insgesamt 333 zusätzliche Plätze in fünf neuen Einrichtungen vorgesehen. Doch nur eine dieser Einrichtungen – die Kita in der Schulstraße im Stadtteil Sand – nähert sich der Fertigstellung. Sie soll im September eröffnet werden und 70 Kinder aufnehmen, liegt damit aber bereits eineinhalb Jahre hinter dem Zeitplan.

Drei weitere Notfall-Kitas, die zur Entlastung der Situation genehmigt wurden, kommen hingegen nicht voran. Gleichzeitig haben einige bestehende Einrichtungen ihre Kapazitäten verringert, um die Betreuungsqualität zu erhöhen. Zwar hat der Rückgang der Geburtenzahlen die Nachfrage leicht gedämpft, doch reicht dies nicht aus, um die Lücke zu schließen.

Die Gesamtzahl der verfügbaren Plätze ist auf 4.221 gesunken – im Vergleich zur Prognose des Vorjahres mit 4.266 Plätzen. Besonders betroffen sind Kinder unter zwei Jahren: Hier fehlen 116 Plätze, bei den Über-Dreijährigen sind es 100. Ohne die vorübergehende Überbelegung in 65 Gruppen – wo die zulässigen Betreuungsverhältnisse überschritten werden – läge das Defizit bereits bei 165 Plätzen.

Die Stadt gibt zu, dass weitere Ausbauprojekte vorerst auf Eis liegen. Priorität habe nun die Fertigstellung der drei verzögerten Neubauten. Gleichzeitig warnen die Verantwortlichen, dass Personalengpässe zu verkürzten Öffnungszeiten oder sogar Schließungen zwingen könnten. Eltern, die keinen Platz für ihr Kind erhalten, könnten rechtliche Schritte einleiten – was die ohnehin angespannte Situation zusätzlich belastet.

Absehbar wird Bergisch Gladbach den Bedarf an Kita-Plätzen auch in absehbarer Zeit nicht decken können. Mit nur einer neuen Einrichtung in diesem Jahr und weiteren Verzögerungen bleibt die Versorgungslücke bestehen. Die Stadtverwaltung rechnet mit möglichen Klagen, während Familien verzweifelt nach Betreuungsmöglichkeiten suchen – in einer Zeit, in der sowohl Plätze als auch Fachpersonal knapp sind.