Bayreuther Festspiele in der Antisemitismus-Debatte: Warum Michel Friedmans Einladung storniert wurde
Sebastian SchulteBayreuther Festspiele in der Antisemitismus-Debatte: Warum Michel Friedmans Einladung storniert wurde
Bayreuther Festspiele geraten wegen Umgangs mit Antisemitismus-Debatten in die Kritik
Ein jüngster Streitfall betraf den Journalisten Michel Friedman, dessen Einladung zu einer Veranstaltung zurückgenommen wurde. Festivalleiterin Katharina Wagner begründete die Entscheidung mit Sicherheitsbedenken.
Gespräche zwischen Christian Thielemann und Michel Friedman über eine mögliche Veranstaltung hatten bereits vor mehr als einem Jahr begonnen. Thielemann betonte jedoch, er habe sich nie offiziell auf die Pläne festlegen wollen. Schließlich entschied sich das Festival dagegen, die Veranstaltung mit Friedman durchzuführen.
Katharina Wagner erklärte später, dass Sicherheitsbedenken zur Rücknahme von Friedmans Einladung geführt hätten. Dennoch bemüht sich das Festival weiterhin, seine historischen Verbindungen zum Nationalsozialismus und zum Antisemitismus aufzuarbeiten. Mit Gedenkveranstaltungen, Symposien und auch in Bühnenproduktionen – etwa in Wagners eigener Inszenierung der Meistersinger von Nürnberg – setzt es sich mit diesem Erbe auseinander.
Friedman kritisierte das Festival dafür, sich nicht ernsthaft mit dem Thema Antisemitismus auseinanderzusetzen. Zudem wies er darauf hin, dass er an den Kontextualisierungsbemühungen der Festspiele nicht beteiligt gewesen sei. Jüdische Dirigenten wie Daniel Barenboim und Kirill Petrenko haben hingegen maßgeblich die musikalische Ausrichtung des Festivals geprägt.
Mittlerweile hat sich das Festival bei Friedman entschuldigt, und die umstrittene Veranstaltung wird wie geplant stattfinden. Kritik gab es auch an der Süddeutschen Zeitung wegen ihrer Berichterstattung über den Umgang des Festivals mit dem Thema Antisemitismus.
Die Festspiele setzen ihre Arbeit zur Aufarbeitung historischer Kontroversen fort und haben ihre Entschlossenheit bekräftigt, sich durch verschiedene Initiativen dem Antisemitismus zu stellen. Die Entschuldigung an Friedman markiert einen Schritt zur Beilegung des jüngsten Konflikts.






