18 April 2026, 00:23

Apothekerkammer stoppt Telemedizin-Kabine in Winterberg kurz vor Eröffnung

Eine Apothekerin in einem weißen Kittel hält eine Flasche, während sie mit einem Kunden in einem Apothekengang spricht, der mit Regalen voller Medikamente und Zubehör ausgestattet ist.

Apothekerkammer stoppt Telemedizin-Kabine in Winterberg kurz vor Eröffnung

Geplante Telemedizin-Kabine in der Franziskus-Apotheke Winterberg von Apothekerkammer gestoppt

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Die geplante Installation einer Telemedizin-Kabine in der Franziskus-Apotheke in Winterberg wurde von der zuständigen Apothekerkammer kurz vor der Neueröffnung der Apotheke blockiert. Die Entscheidung traf nur einen Tag vor der feierlichen Wiedereröffnung ein. Apothekeninhaber Jürgen Schäfer hatte die Medivise-Kabine bereits erworben und für die Inbetriebnahme am 18. Dezember vorbereitet.

Die Apothekerkammer begründete das Verbot mit rechtlichen Bedenken: Die Kabine verstoße gegen geltende Vorschriften und könnte zu unzulässigen Patientenüberweisungen führen. Die zuständige Apothekerin Jasmin Ennulath, die die Leitung der Apotheke im Januar übernehmen soll, wurde gewarnt, dass die Installation der Kabine ihre Approbation gefährden könnte. Ennulath hatte vor, das System für Folgeverordnungen und telemedizinische Beratungen zu nutzen – als praktische Ergänzung des täglichen Betriebs.

Der Anbieter Medivise widersprach der Entscheidung der Kammer. Das Unternehmen betonte, dass die Kabine vollständig mit dem deutschen Recht vereinbar sei, einschließlich § 129 Absatz 5h des Sozialgesetzbuchs, der Telemedizin in Apotheken ausdrücklich erlaube. Schäfer hat inzwischen offiziell Widerspruch eingelegt und fordert von der Kammer eine schriftliche Begründung.

Der Streit eskaliert zu einem Zeitpunkt, an dem Schäfer die Apothekenleitung an Ennulath übergeben wollte. Die Kabine sollte Teil des erweiterten Serviceangebots unter ihrer Führung werden.

Bis auf Weiteres bleibt die Installation der Telemedizin-Kabine ausgesetzt. Durch Schäfers Widerspruch wird der Fall nun erneut geprüft. Solange die Überprüfung läuft, bleibt der geplante Telemedizin-Service auf Eis – obwohl die Apotheke bereit war, ihn zu starten.

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