Antisemitische Vorfälle und Gewalt erschüttern Kölner Amateurfußballspiel
Sebastian SchulteSportverbandes Gericht behandelt Antisemitismus-Vorwürfe - Antisemitische Vorfälle und Gewalt erschüttern Kölner Amateurfußballspiel
Ein Fußballspiel zwischen TuS Makkabi Köln und der zweiten Mannschaft von TFG 78 Nippes hat zu schweren Vorwürfen wegen Beleidigungen und Gewalt geführt. Die am 14. September ausgetragene Partie endete mit einem 7:2-Sieg für Makkabi – doch bald folgten Berichte über antisemitische Beschimpfungen und körperliche Angriffe. Nach einer Strafanzeige in Köln ermitteln nun die Behörden.
Der Vorfall begann während des Spiels, als zwei Spieler von TuS Makkabi laut Angaben von einem Gegenspieler angespuckt worden sein sollen. Weitere Beleidigungen, darunter antisemitische Äußerungen, richteten sich sowohl während als auch nach dem Spiel gegen mehrere Mannschaftsmitglieder. Nach dem Abpfiff berichteten zusätzliche Makkabi-Spieler von körperlichen Angriffen.
Der Fußballverband Mittelrhein hat reagiert und für den 10. Oktober eine Verhandlung vor dem Sportgericht angesetzt, die in der Sportschule Hennef stattfinden soll. Bisher stehen sechs Personen unter Verdacht, in die Vorfälle verwickelt zu sein.
TFG Nippes II wies die Vorwürfe zunächst zurück, kündigte später jedoch eine interne Überprüfung der Ereignisse an. Unterdessen hat die Kölner Staatsanwaltschaft eine Strafanzeige (Aktenzeichen 121 Js 1993/25) wegen Beleidigung und Körperverletzung registriert. Die Ermittler versuchen weiterhin, die Geschehnisse auf und neben dem Platz zu rekonstruieren.
Bei der Anhörung am 10. Oktober werden die Beweise und Zeugenaussagen zu den mutmaßlichen Beleidigungen und Übergriffen geprüft. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, drohen den Beschuldigten disziplinarische Maßnahmen des Fußballverbands sowie mögliche rechtliche Konsequenzen. Das Ergebnis könnte zudem künftige Maßnahmen beeinflussen, um ähnliche Vorfälle im Amateurfußball zu verhindern.






