Amanda Knox unterstützt Lucy Letby – und löst damit neue Empörung aus
Amanda Knox hat erneut für Aufsehen gesorgt, nachdem sie öffentlich die verurteilte Krankenschwester Lucy Letby unterstützt hat. Ihre jüngsten Äußerungen und Handlungen haben Kritik von der Familie von Meredith Kercher hervorgerufen, der britischen Studentin, deren Mord Knox einst verurteilt wurde. Der Anwalt der Familie Kercher wirft Knox vor, den Fall für persönlichen Gewinn auszunutzen.
Die Kontroverse entstand nach emotionalen Aussagen Knox' bei einer Veranstaltung in London, bei der sie über ihre eigenen juristischen Kämpfe sprach und Letby Mut zusprach. Letby verbüßt derzeit eine lebenslange Haftstrafe wegen des Mordes an sieben Babys.
Erstmals äußerte Knox ihre Unterstützung für Letby während einer Fragerunde zu ihrem Dokumentarfilm Mouth of the Wolf aus dem Jahr 2023. Berichten zufolge riet sie einer Zuhörerin, Letby solle sich "an der Hoffnung festhalten". Später schickte Knox Letby einen Brief zusammen mit einem Exemplar ihrer 2021 erschienenen Autobiografie Frei, in der sie ihr Leben nach der Haft in Italien schildert.
In ihrer jüngsten Podcast-Folge zum Fall Letby konzentriert sich Knox streng auf die juristischen Details und verzichtet auf persönliche Kommentare zu Letby selbst. Knox vertritt seit Langem die Position, dass man keine absolute Unschuldsbeweise brauche, um ein Urteil infrage zu stellen – eine Haltung, die sie sowohl auf ihren eigenen Fall als auch auf den von Letby anwendet.
Der Anwalt der Familie Kercher, Francesco Maresca, reagierte scharf auf Knox' öffentliche Äußerungen. Er erklärte, die Familie empfindet, dass es "langsam genug" sei, und wirft ihr vor, sich an der Erinnerung an Meredith Kercher zu "bereichern". Knox wurde bei der Londoner Veranstaltung sichtbar emotional, als sie über den Mord an Kercher im Jahr 2007 sprach, für den sie zunächst verurteilt worden war, bevor sie in der Berufung freigesprochen wurde.
Knox hat zwei Bücher über ihre Erlebnisse verfasst: Waiting To Be Heard (2013, dt. etwa "Darauf wartend, gehört zu werden") und Frei (2021). Beide schildern ihre juristischen Kämpfe und die Jahre nach ihrer Entlassung aus einem italienischen Gefängnis, wo sie vier Jahre verbüßt hatte, bevor ihr Urteil aufgehoben wurde.
Knox' anhaltendes öffentliches Engagement in prominenten Rechtsfällen hat die Debatte über ihre Rolle im Justizsystem neu entfacht. Ihre Unterstützung für Letby und ihre emotionalen Diskussionen über den Mord an Kercher stoßen sowohl auf Mitgefühl als auch auf Kritik. Unterdessen bleibt die Familie Kercher entschlossen in ihrer Ablehnung von Knox' öffentlicher Plattform.






