ABC streicht ganze Bachelorette-Staffel nach Gewaltvorwürfen gegen Hauptdarstellerin
Sebastian SchulteABC streicht ganze Bachelorette-Staffel nach Gewaltvorwürfen gegen Hauptdarstellerin
ABC hat eine bereits abgedrehte Staffel von The Bachelorette mit Taylor Frankie Paul in der Hauptrolle gestrichen. Dieser Schritt ist eine seltene Entscheidung für das Format, das Kontroversen in der Regel während der Ausstrahlung oder im Nachhinein aufgreift, statt ganze Staffeln komplett zu verwerfen. Die Absage erfolgte nach der Veröffentlichung eines Videos aus dem Jahr 2023, das Paul in einer gewalttätigen Auseinandersetzung mit ihrem Ex-Partner zeigt.
Das Franchise steht seit Langem in der Kritik, wie es mit Vielfalt und Repräsentation umgeht. Rachel Lindsay war 2017 die erste schwarze Hauptdarstellerin der Show, gefolgt von Matt James als erstem schwarzen Bachelor im Jahr 2020 – beide Änderungen erfolgten erst nach jahrelangem öffentlichen Druck. 2024 schrieb Jenn Tran Geschichte als erste asiatisch-amerikanische Protagonistin und entfachte damit erneut Debatten über die Besetzung von Kandidat:innen mit Migrationshintergrund.
Wiederholt wurde die Serie von Skandalen erschüttert. 2021 verließ der langjährige Moderator Chris Harrison die Show, nachdem er eine Teilnehmerin verteidigt hatte, der vorgeworfen wurde, an einer Veranstaltung im Stil einer Plantage aus der Zeit vor dem Bürgerkrieg teilgenommen und dabei ein kulturell unangemessenes Kostüm getragen zu haben. Bereits 2014 hatte der ehemalige Bachelor Juan Pablo Galavis mit der Aussage, schwule Männer seien "perverser", und der Frage, ob sie die Show führen sollten, für Empörung gesorgt.
Hauptdarsteller:innen und Kandidat:innen mit Migrationshintergrund waren häufig rassistischen Beleidigungen und verstärkter öffentlicher Kritik im Netz ausgesetzt. Die Streichung von Pauls Staffel ist ungewöhnlich, da das Franchise fertige Produktionen nur selten einstellt und Skandale lieber während oder nach der Ausstrahlung bewältigt.
Die Entscheidung, Pauls Staffel nicht zu zeigen, spiegelt ABCs Reaktion auf das aufgetauchte Video der Auseinandersetzung wider. Gleichzeitig verschärft sie die ohnehin bestehenden Probleme des Formats mit Vielfalt, Repräsentation und dem öffentlichen Image. Der Schritt wirft die Frage auf, wie künftige Kontroversen in einer Serie gehandhabt werden, die bereits unter scharfer Beobachtung steht.






