21 March 2026, 08:15

"ABC-Kurse" in Solingen: Warum die Sprachförderung für Kinder auf Widerstand stößt

Gruppe von Menschen auf einem Sofa sitzend, einige halten Bücher und Stifte, mit 'International Education Week IEW 2016' Text, wirken in ein Gespräch vertieft.

"ABC-Kurse" in Solingen: Warum die Sprachförderung für Kinder auf Widerstand stößt

Pläne für "ABC-Kurse" zur frühen Sprachförderung in Solingen stoßen auf Kritik

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Die Pläne zur Einführung von "ABC-Klassen" für die frühe Sprachförderung in Solingen sind auf Widerstand bei lokalen Politikern gestoßen. Sowohl CDU als auch die Grünen unterstützen zwar das Ziel, die Sprachkompetenzen von Kindern zu verbessern, kritisieren jedoch, dass der aktuelle Vorschlag gravierende Mängel aufweist. Besonders umstritten ist, wie das neue System mit den bestehenden Kita-Strukturen zusammenwirken soll.

Nach dem vorgeschlagenen Modell sollten Kinder mit zusätzlichem Sprachförderbedarf regelmäßig aus ihren gewohnten Kita-Gruppen herausgenommen werden, um gezielt gefördert zu werden. Die lokale Politikerin Maja Wehrmann warnte, dieser Ansatz könnte etablierte Lernroutinen stören. Zudem äußerte sie Bedenken, dass die Kinder durch die Separation stigmatisiert werden könnten – ein Widerspruch zu den Grundsätzen der Inklusion.

Die Kritikerin Jessica Schliewe betonte, dass Sprachentwicklung am besten in vertrauten Umgebungen gelinge, in denen Kinder Vertrauen aufbauen. Sie argumentierte, dass das Herausnehmen aus der Kita diese Bindungen schwächen und den Lernerfolg beeinträchtigen könnte. Simone Lammert fügte hinzu, dass die neuen Kurse Gefahr liefen, ein paralleles Fördersystem zu schaffen, statt das bestehende zu optimieren.

Sowohl die Solinger CDU als auch die Grünen fordern stattdessen eine Stärkung der Kitas und nicht die Einführung neuer Modelle. Zudem monieren sie, dass unklar bleibe, wie die ABC-Klassen in die bestehenden Strukturen integriert werden sollen – was die Planung vor Ort erschwere. Die Politiker drängen die Landesregierung nun, enger mit den Kommunen zusammenzuarbeiten und den Entwurf zu überarbeiten.

Da die Initiative erst am 13. März 2026 im Landtag vorgestellt wurde, liegt bisher keine Praxiserfahrung vor. Auch aus anderen Teilen Deutschlands gibt es keine Daten zur Wirksamkeit des Konzepts, sodass Fragen nach den konkreten Auswirkungen offenbleiben.

Die Debatte in Solingen spiegelt eine grundsätzliche Skepsis wider: Wie lässt sich frühe Sprachförderung mit den bestehenden Betreuungsstrukturen vereinbaren? Ohne klarere Vorgaben oder Erfolgsnachweise zögern lokale Verantwortliche, das neue Modell zu übernehmen. Stattdessen setzen sie weiter auf die Verbesserung des bestehenden Systems.

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